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Bodenaktivierung

Wb-ap-10/1

Gute Weinqualität setzt eine ausreichende Versorgung der Trauben mit verschiedenen Mineralstoffen, insbesondere mit hefeverwertbarem Stickstoff voraus. Diese ist in trocken-heißen Jahren und insbesondere in dauerbegrünten Anlagen oft nicht im erforderlichen Maße gegeben. Dauerbegrünung führt zu einem hohen Anteil an Gräsern im Unterbewuchs. Gräser weisen nur eine flache Durchwurzelung auf. Dadurch kommt es zu einer starken Anreicherung der organischer Substanz in den obersten 10 cm des Bodens, kaum aber in tieferen Bodenschichten. In Hitzephasen trocknet diese Auflage mit organischer Substanz stark aus, bei anhaltend feuchter Witterung setzt hingegen ihr Abbau ein. Dies führt vor allem auf leichten Böden teils zu kümmerlichem Wachstum, teils aber auch zu kräftigen Wachstumsschüben. Problematisch sind diese Wachstumsschübe in der Reifephase, da sie die Trauben- und Weinqualität beeinträchtigen.

Es gilt daher den Ab- bzw. Umbau der organischen Substanz in Humus zu beschleunigen und eine tiefere Bodenschicht mit Humus anzureichern, um eine ausgeglichene Mineralstoffversorgung zu gewährleisten und den Wachstumsrhythmus der Reben mit den Erfordernissen des Qualitätsweinbaues in Einklang zu bringen.

Tiefwurzelnde Einsaaten können bekanntlich tiefere Bodenschichten erschließen. Eine entsprechende Verbesserung kann auch die Bodenbewirtschaftung im biodynamischen Sinne ergeben. Besonders die Bodenaktivierung nach Podolinsky soll bereits in kurzer Zeit den Humusgehalt, die Erschließung tieferer Bodenschichten und das Wuchsverhalten der Pflanzen deutlich fördern. Weiters ließ Gülle aus Biogasanlagen in Versuchen des Sachbereiches Biologischer Anbau am Versuchszentrum Laimburg einen auffallend guten Einfluss auf die Bodenstruktur erkennen. Gülle aus Biogasanlagen steht in Südtirol in zunehmenden Mengen zur Verfügung und kann, zumindest in befahrbaren Anlagen, problemlos ausgebracht werden. Der Einsatz dieser Gülle ist auch in biologisch bewirtschafteten Anlagen möglich.

In einem Versuch wird daher die Einsaat tief wurzelnder Pflanzen, die Bodenaktivierung nach Podolinsky und der Einsatz von Gülle aus Biogasanlagen mit traditioneller Dauerbegrünung verglichen. Der Versuch wird in den biologisch bewirtschafteten Parzellen der Laimburg in Kaltern Plantaditsch mit zwei Weißweinsorten durchgeführt.

Erhoben werden die Humusentwicklung im Unterboden, die Wuchsstärke und der Ertrag der Reben, die HVS- und Mineralstoffgehalte der Trauben.

Zusammenarbeit:    Agrikulturchemisches Labor, Sektion Kellerwirtschaft, Sachbereich biologischer Anbau, Sachbereich Boden, Düngung, Bewässerung;

Dauer:                     5 Jahre

Projektleiterin:          B. Raifer

Mitarbeit:                 F. Haas


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