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Junge Forscher tauschen Erkenntnisse und Erfahrungen aus: Versuchszentrum Laimburg an nationaler Konferenz zur Massenspektrometrie beteiligt

Am Montag, den 27. Mai hat im NOI Techpark in Bozen die siebte Ausgabe der Konferenz „MS J-DAY, I giovani e la spettrometria di massa“ stattgefunden. Die Konferenz wurde von der Abteilung Massenspektrometrie (DSM) der Italienischen Gesellschaft für Chemie (SCI) in Zusammenarbeit mit der Jungforschergruppe der SCI und dem Labor für Aromen und Metaboliten des Versuchszentrums Laimburg organisiert.

Die siebte Ausgabe der Konferenz MS J-DAY „I giovani e la spettrometria di massa“© Versuchszentrum Laimburg

Die Massenspektrometrie und deren vielfältige Anwendungen bei verschiedenen naturwissenschaftlichen Fragestellungen  – dies war das Thema der siebten Ausgabe der Konferenz „MS J-DAY, I giovani e la spettrometria di massa“, die am Montag, 27. Mai 2019 im NOI Techpark in Bozen stattgefunden hat. Zu dieser Konferenz sind über 60 junge Forscher verschiedener Disziplinen aus ganz Italien in Bozen zusammengekommen, um sich über die neuesten Innovationen und technologische, methodische und instrumentelle Entwicklungen im Bereich Massenspektrometrie zu informieren.

„Diese Konferenz hat es uns ermöglicht, uns mit Forschern und Studierenden aus vielen verschiedenen Bereichen auszutauschen, die mit Massenspektrometrie arbeiten“, erklärte Valentina Lazazzara, die am Labor für Aromen und Metaboliten des Versuchszentrums Laimburg forscht und sowohl Mitglied des Organisationskomitees als auch des Wissenschaftlichen Komitees der Konferenz ist. „Das war für alle eine wichtige Gelegenheit, Erfahrungen auszutauschen, neue Anwendungen und Entwicklungen dieser Technologie kennenzulernen und auch neue Synergien und wissenschaftliche Kooperationen aufzubauen."

 

Massenspektrometrie – ein innovatives Verfahren

„Die Massenspektrometrie ist eines der genauesten Verfahren zur Identifizierung einzelner Moleküle anhand ihrer Masse und wird beispielsweise zur Analyse von Metaboliten, den Produkten des Stoffwechsels in Organismen, eingesetzt", erklärt Peter Robatscher, Leiter des Labors für Aromen und Metaboliten am Versuchszentrum Laimburg. Die Massenspektrometrie findet Anwendung in zahlreichen wissenschaftlichen Disziplinen wie der Chemie, Medizin, Pharmazie, Forensik, Biologie, in den Umweltwissenschaften, in den Lebensmitteltechnologien oder der Astronomie. Durch die Identifizierung sehr geringer Mengen chemischer Moleküle, können Fragen zur Qualität von Lebensmitteln und deren Herkunft sowie zur Pflanzengesundheit beantworten werden.

Anlässlich der Konferenz „MS J-DAY, I giovani e la spettrometria di massa“ präsentierten junge Forscher ihre Erkenntnisse und Forschungsergebnisse auf dem Gebiet der Massenspektrometrie. Die Themen reichten von der Diagnose potenziell schädlicher Mikroorganismen in Lebensmitteln bis hin zu innovativen Sequenzierungstechniken von Nukleinsäuren wie der RNA, des Codes, auf dessen Basis unser Organismus Proteine neu bildet.

„Immer mehr wissenschaftliche Studien und Anwendungen beziehen sich auf Massenspektrometrie, was darauf hindeutet, dass dieses Verfahren in Zukunft eine immer bedeutendere Rolle in der Forschung spielen wird“, erklärte der Direktor des Versuchszentrums Laimburg Michael Oberhuber.

 

Massenspektrometrie in der konkreten Anwendung: Projekte des Versuchszentrums Laimburg vorgestellt

Die Massenspektrometrie kommt in verschiedenen Projekten des Versuchszentrums Laimburg zum Einsatz. Anlässlich der Konferenz „MS J-DAY, I giovani e la spettrometria di massa“ stellten die Forscher des Labors für Aromen und Metaboliten verschiedene Projekte vor und erläuterten, welchen Beitrag dabei die Massenspektrometrie jeweils leistet.

Im Projekt PinotBlanc, das vom Europäischen Fonds für regionale Entwicklung EFRE 2014–2020 (Programm „Investitionen in Wachstum und Beschäftigung“) gefördert wird, geht es darum herauszufinden, ob angesichts des Klimawandels ein Ausweichen in höhere und kühlere Weinbaulagen ein möglicher Weg wäre, um die Qualität des Weißburgunder-Weins zu erhalten oder sogar zu steigern. Das Labor für Aromen und Metaboliten analysiert das Spektrum der Aromen und anderer qualitätsbestimmender Bestandteile des Weines.

PinotBlanc ist mit dem Projekt Step-up verknüpft, das von der Autonomen Provinz Bozen gefördert wird und welches sich mit der Qualität und Charakterisierung lokaler Lebensmittel wie Äpfeln, Trauben, Wein und Honig befasst. Der Forscher Enrico Serni analysiert dafür einige Flavonole (organische Moleküle pflanzlicher Herkunft mit hoher antioxidativer Wirkung) in der Schale von Weißburgunder-Trauben verschiedener Reifestadien, mit dem Ziel, ein zerstörungsfreies Verfahren zur Vorhersage des besten Reifegrades für die Weinlese zu entwickeln.

Flavia Bianchi präsentierte DROMYTAL, ein ebenfalls vom Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE 2014–2020, „Investitionen in Wachstum und Beschäftigung“) finanziertes Forschungsprojekt, welches 2016 vom Versuchszentrum Laimburg in Zusammenarbeit mit der Freien Universität Bozen gestartet wurde. Ziel des Projekts ist es, eine innovative Bekämpfungsmethode gegen die invasive Kirschessigfliege Drosophila suzukii zu entwickeln. Es geht darum eine Falle mit einem Hefelockstoff zu entwickeln, dem ein geeignetes Insektizid zugesetzt wird. Die Chemiker des Versuchszentrums Laimburg ergründen, welche in den Hefen enthaltenen Moleküle für die Kirschessigfliege am attraktivsten sind.

Darüber hinaus ist das Versuchszentrum Laimburg am Forschungsverbund des EUREGIO-Projekts Environment, Food and Health beteiligt, an welchem die Forscherinnen des Labors für Aromen und Metaboliten Giulia Chitarrini und Adriana Teresa Ceci arbeiten. Ziel des Projekts ist es, die chemische Zusammensetzung von Pflanzenteilen lokaler Lebensmittelprodukte zu charakterisieren, um deren ernährungsphysiologische Eigenschaften zu ermitteln und gleichzeitig ihre positiven und therapeutischen Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit zu bewerten.

 

Das Labor für Aromen und Metaboliten des Versuchszentrums Laimburg

Das Labor für Aromen und Metaboliten des Versuchszentrums Laimburg ist seit Juli 2018 am NOI Techpark in Bozen Süd angesiedelt. Unter der Leitung von Peter Robatscher forschen dort derzeit zehn Experten in den Bereichen Lebensmittelqualität und Pflanzengesundheit. Im Labor werden natürlich vorkommende Inhaltsstoffe in landwirtschaftlichen Produkten (Äpfel, Apfelsaft, Trauben, Weine, Käse, Milch) sowie in Bestandteilen von Pflanzen (Blätter, Wurzeln, Holz) identifiziert und quantifiziert. Das Labor verfügt über modernste Laborinstrumente wie hochauflösende Massenspektrometer und ist damit auf dem neuesten Stand der Technik. Die Untersuchungen des Labors finden meist innerhalb von Drittmittelprojekten statt, aber auch in Zusammenarbeit mit anderen Arbeitsgruppen des Versuchszentrums oder mit nationalen oder internationalen Partnern.

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