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Forschung zur Erhaltung des Weißburgunder-Weins: Das Versuchszentrum Laimburg präsentiert die Forschungsergebnisse des Projekts PinotBlanc

Die Forschungsergebnisse des EFRE-Projektes PinotBlanc, das vom Versuchszentrum Laimburg koordiniert wurde und vier Jahre dauerte, wurden heute in einer digitalen Veranstaltung vorgestellt. Ziel des Projekts ist es, die Stilistik des Weines aus Weißburgundertrauben vom fortschreitenden Klimawandel zu bewahren.

Die von den Forschern analysierten Weinbergsparzellen befanden sich in verschiedenen Höhenlagen. ©Weinkellerei Tramin

„Der Weißburgunder-Wein gehört zu den Leitsorten Südtirols, hat jedoch unter den Folgen des Klimawandels zu leiden. Das Projekt PinotBlanc des Versuchszentrums Laimburg ist für die lokale Weinwirtschaft von großer Bedeutung, denn hier wurde untersucht, wie die Stilistik des Weißburgunderweins erhalten werden kann”, betonte Agrarlandesrat Arnold Schuler.
„Das Projekt PinotBlanc ist ein weiteres Beispiel für angewandte Forschung zu den Problemen der lokalen landwirtschaftlichen Praxis. Unser Ziel ist es, den Südtiroler Weinsektor international wettbewerbsfähig zu halten. Auf der Grundlage unserer Forschungsergebnisse möchten wir den Weinbauern konkrete und objektive Ratschläge zur Entwicklung und Verbesserung ihrer Produkte geben“, sagte Michael Oberhuber, Direktor des Versuchszentrums Laimburg.

Die Veranstaltung wurde über den YouTube-Kanal des Versuchszentrums Laimburg übertragen und kann jederzeit unter folgendem Link eingesehen werden: https://youtu.be/VUfsMWUPQKg

Erfolgreich auf die Herausforderungen des Klimawandels reagieren

Der Weißburgunder (Pinot blanc), eine Leitsorte Südtirols, leidet unter dem Klimawandel. Zu den Hauptfaktoren, die den Säuregehalt von Most und Wein beeinflussen, gehört auch die Lufttemperatur. In den Alpen stieg die Durchschnittstemperatur zwischen 1920 und 2010 um 1,9 °C an, wodurch sich der Reifebeginn der Trauben von 1980 bis 2010 um durchschnittlich zwei bis drei Wochen vorverlegt hat. Das Forscherteam des Versuchszentrums Laimburg ging von der Annahme aus, dass sich durch die höheren Temperaturen der Alkoholgehalt erhöhen und sich das sortentypische frische, blumige Aroma verflüchtigen könnte. Zudem könnte der Säuregehalt abnehmen, der jedoch wesentlich für die Stilistik des Weißburgunderweins ist, da er mit dem sensorischen Eindruck der Frische einhergeht.
„Im Projekt PinotBlanc haben wir untersucht, wie die Qualität des Weißburgunders gesteigert und diese Rebsorte im alpinen Weinbau gefördert werden kann“, erklärte Florian Haas, Leiter der Arbeitsgruppe Physiologie und Anbautechnik am Versuchszentrum Laimburg und Koordinator des Projekts. „Insbesondere wollten wir untersuchen, ob man diese Rebsorte in höheren und frischeren Lagen anbauen kann, also Lagen, die klimatisch besser geeignet sind, um die Stilistik dieses Weins zu erhalten“.
Das Projekt PinotBlanc wird vom Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) im Rahmen des Programms „Investitionen in Wachstum und Beschäftigung 2014–2020“ finanziert.

Vom Feld ins Labor: ein Identikit des Weißburgunders und eine mögliche Lösung zum Erhalt seiner Typizität

Das Forscherteam analysierte acht Parzellen in verschiedenen Höhenlagen zwischen 200 und 700 Metern über dem Meeresspiegel in vier Südtiroler Gemeinden (Eppan, Tramin, Nals und Terlan). Drei Saisonen lang sammelten sie Daten über die Luft- und Bodentemperatur, die Eigenschaften und Zusammensetzung des Bodens, der Blätter und Trauben sowie die Wachstumsdynamik der Rebe.
Im Versuchskeller des Versuchszentrums Laimburg wurden die Trauben aus den drei Ernten dann mikrovinifiziert. Daraus gewannen die Forscher des Bereichs Önologie unter der Leitung von Ulrich Pedri 140 Versuchsweine, die daraufhin sensorisch analysiert wurden, um verschiedene Verbindungen zu ergründen, die die Weinqualität bedingen.
Im Labor für Aromen und Metaboliten des Versuchszentrum Laimburg unter der Leitung von Peter Robatscher wurden jene aromatischen Komponenten analysiert, welche die Komplexität, das Aroma und den Geschmack dieses Weißweins charakterisieren. Das Aromaprofil wurde im Anschluss den phänologischen, agronomischen und meteorologischen Daten in Bezug auf die Höhe gegenübergestellt.

Anbau des Weißburgunders in höheren Lagen 

„Die Ausweitung des Anbaus der Rebsorten auf höhere Lagen würde nicht nur dazu beitragen, den negativen Auswirkungen des Klimawandels entgegenzuwirken, sondern auch eine typische und unverwechselbare Weißburgundersorte zu entwickeln, die ihr Qualitätspotenzial voll ausschöpft“, erklärte Projektleiter Florian Haas. „Aufgrund der Ergebnisse unserer Studie sind wir zuversichtlich, dass ein Weißburgunder aus höheren Lagen die gleichen guten Eigenschaften haben wird, wie Weine aus aktuellen Anbaugebieten in tieferen Lagen.“
Derzeit stoßen die in diesem Projekt berücksichtigten höheren Lagen bei kühlen Jahrgängen noch an ihre Grenzen, da die Vegetationsperiode zu spät ist, um vollreife Trauben mit dem richtigen Zuckergehalt zu produzieren. 
Im Projekt PinotBlanc wurden die Unterschiede in den Eigenschaften der Trauben- und Weine zwischen niedrigen und hohen Anbaulagen erarbeitet. Diese Informationen werden Winzern und Önologen helfen, Entscheidungen über die Wahl der Rebsorten, der Lage für neue Rebanlagen, sowie den optimalen Erntezeitpunkt zu treffen. Darüber hinaus werden die im Rahmen des Projekts gesammelten Daten den Önologen in Bezug auf Weißburgunder-Cuvées aus verschiedenen Anbaugebieten Südtirols hilfreich sein. 

Enge Zusammenarbeit mit Südtiroler Weinproduzenten 

Am Projekt PinotBlanc beteiligt war ein interdisziplinäres Forscherteam aus den Arbeitsgruppen „Physiologie und Anbautechnik“ (Weinbau), „Verfahren und Wissenstransfer“ (Önologie) und des Labors für Aromen und Metaboliten des Versuchszentrums Laimburg beteiligt. Bei der Entwicklung und Durchführung des Projekts stand das Versuchszentrum Laimburg in engem Kontakt mit dem Konsortium Südtiroler Wein, dem Verband der Kellereigenossenschaften Südtirols, der Associazione enotecnici italiani (Assoenologi – Sektion Südtirol), sowie mit verschiedenen Kellereien und privaten Produzenten.

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