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Südtirols Kulturerbe Versoaln-Rebe gewimmt

Am Dienstag, 12. Oktober, fand die Weinlese der historischen Versoaln-Rebe auf Schloss Katzenzungen in Prissian statt. Die 155 kg Trauben werden nun im Landesweingut Laimburg zu einem Grundwein gekeltert und anschließend versektet.

Trauben der Versoaln-Rebe ©Versuchszentrum Laimburg

Am vergangenen Dienstag, 12. Oktober, fand die alljährliche Weinlese der historischen Versoaln-Rebe auf Castel Katzenzungen in Prissian in Tisens statt. Das Alter der ehrwürdigen Rebe wird auf mehr als 350 Jahre geschätzt, und immer noch wird aus ihren Trauben Wein gewonnen: „Wir sind sehr stolz auf unsere Versoaln-Rebe und freuen uns, dass wir die Trauben dieser alten Dame jedes Jahr aufs Neue ernten und zu einem kostbaren Wein verarbeiten dürfen“, kommentierte Günther Pertoll, Leiter des Landesweingutes Laimburg, der wie jedes Jahr bei der Lese mithalf.
Die Rebe wurde dieses Jahr biodynamisch bewirtschaftet. Der Ertrag von 155 kg Trauben wurde sorgfältig selektiert und zeigte eine gute Qualität. Aus den Versoaln-Trauben wird nun im Versuchszentrum Laimburg der Grundwein für eine anschließende Versektung gekeltert. „Unsere Versuche haben bestätigt, dass sich die Rebsorte Versoaln für die Sektbereitung eignet“, erklärte der Leiter des Fachbereichs Önologie, Ulrich Pedri.
Der Versoaln-Wein und der zukünftige Versoaln-Sekt ist auf wenige Flaschen limitiert und dient der Repräsentation des Weinlandes Südtirol.

Die Versoaln-Rebe

Beim „Versoaln“ handelt es sich um eine autochthone, d. h. in Südtirol alteingesessene, Rebsorte. Der Rebstock wächst am Nordhang an einer Mauer bei Schloss Katzenzungen in Prissian bei Tisens. Die Rebe breitet sich auf einer Pergel aus Kastanienholz aus und weist eine bemerkenswerte Flächenausdehnung von 350 m² auf. Woher die Rebe ihren Namen hat, ist nicht vollständig geklärt: So könnte sich der Name „Versoaln“ vom lokalen Dialektwort „verdolen“ (‘grün’ in Bezug auf die Beerenfarbe) ableiten oder auch in Verbindung mit der Reberziehung stehen: Pergel finden sich an steilen Hanglagen, wo die Ernte „versoaln“, also mit Seilen abgesichert und abgeseilt werden musste. Auch eine Verballhornung von „Versailles“ ist denkbar. Einer Legende nach wurde nämlich die Rebe im 15. Jahrhundert vom damaligen Besitzer von Schloss Katzenzungen, dem Grafen Schlandersberg, von dort eingeführt.

 

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