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Der Maikäfer fliegt wieder

Der Maikäfer (Melolontha melolontha)

Maikäfermännchen © Versuchszentrum Laimburg

Der Maikäfer hat in Südtirol je nach Höhe und Gebiet einen drei- bis vierjährigen Entwicklungszyklus. Die Weibchen legen nach der Befruchtung im April und Mai die Eier in den Boden ab. Nach sechs Wochen schlüpfen die Engerlinge. Diese leben rund zwei Jahre im Boden und können mit ihrem Wurzelfraß große Schäden an Pflanzen anrichten. Nach rund zwei Jahren schlüpft der Käfer und überwintert im Boden. Im Folgejahr unternimmt er seinen Flug und es erfolgt die Eiablage im Boden. Der Zyklus beginnt von vorn. Der Maikäfer selbst ernährt sich von Blättern. Dabei bevorzugt er Buchen und Eichen, aber auch Nussbäume und Steinobst werden gerne befressen; während dieser Phase des Fluges reifen bis zum Rückflug der Weibchen die Eier heran.

2019 ist in den meisten Gebieten des Landes das Hauptflugjahr des Maikäfers im dreijährigen Entwicklungszyklus des Insekts. Daher kann eine größere Anzahl an fliegenden Maikäfern beobachtet werden.

Die Entwicklung des Maikäferbefalls in Südtirol wird auch 2019 sowohl durch die Mitarbeiter des VZ Laimburg als auch durch ihre Kollegen vom Südtiroler Beratungsring für Obst-und Weinbau von Beginn an verfolgt.

In der Regel, wie in den vergangenen Jahren hat der Flug 2019 in der Talsohle des Etschtals Anfang April begonnen (01/04/2019). Das schlechte Wetter und die kühlen Temperaturen haben auch dieses Jahr den Beginn des größten Ausfluges verzögert.

Die ersten schönen Tage ab dem Wochenende vom 06/07 April haben die Käfer verstärkt aus dem Boden gelockt (Hauptflug). Daher konnte man ab 09/04/19 am Abend größere Mengen an fliegenden Maikäfern insbesondere im Südtiroler Unterland beobachten". Aktuell  ist in den von uns beobachteten Lagen weiterhin mit ausfliegenden Käfern zu rechnen (Waldflug). Gleichzeitig hat aber bereits der Feldflug einzelner Käferweibchen (zwecks Eiablage in den Anlagen) begonnen (17/04/19).

Maikäfer: Ist die Situation in Südtirol noch unter Kontrolle?

Das erhöhte Aufkommen von Käfern im Hauptflugjahr des Käfers ist normal und nicht weiter ungewöhnlich. Im Vergleich zu den voran gegangenen Flugjahren ist die Intensität des Fluges der ersten Tagen des Hauptfluges Richtung Wald rund um die Befallsgebiete um Auer/Branzoll nicht zu vernachlässigen.

Zwar waren in den letzten drei Jahren nur vereinzelt Schäden durch die Engerlinge (aus dem Flug 2016) zu beobachten. Nach einer ersten Einschätzung der Flugintensität sind in den historischen Befallsgebieten auf jeden Fall entsprechende Maßnahmen zu ergreifen um Schäden in den kommenden drei Jahren zu verhindern.

Zu den Maßnahmen gehören u.a. der Einsatz des Maikäfer-Gegenspielers Beauveria brognartii (Pilzgerste genannt) und in besonderer Weise die Verwendung von Netzen zur Verhinderung der Eiablage durch das Maikäferweibchen, nach erfolgter Eireife auf seinem Rückflug aus dem Wald, in die Apfelanlagen. Beide Methoden waren ab 1988 am VZ Laimburg entwickelt worden.

Was gilt es weiters zu berücksichtigen?

In den Kern-Befallszonen des Maikäfers gibt es neben den Flügen in den Hauptflugjahren (2013,2016,2019…) sogenannte Zwischenflüge, die Eiablagen zur Folge haben können aus denen Larven hervorgehen, die in Anlagen (trotz Abdeckung im Hauptflugjahr) im Verlauf ihrer dreijährigen Entwicklung Schäden verursachen können.

Es ist außerdem zu berücksichtigen, dass es trotz der Abdeckung mittels Netze zu Eiablagen der unter den Netzen „gefangenen“ Käfer kommen kann. Dies deshalb, weil Käfer über einen längeren Zeitraum aus dem Boden ausschlüpfen können. Die Käfer paaren sich unter dem Netz und bei ausreichender Lebensdauer kommt es dann trotz Abdeckung zur Eiablage. Diesbezüglich gibt es eine Empfehlung diese Individuen gesondert zu bekämpfen.

Neue Untersuchungen an Südtiroler Maikäferpopulationen:

In einer Zusammenarbeit mit der BIPESCO (Arbeitsgruppe am Institut für Mikrobiologie der Universität Innsbruck; https://www.uibk.ac.at/bipesco/index.html.de) werden derzeit Käfersammlungen durchgeführt. Dazu werden Individuen der verschiedenen Maikäferpopulationen in Südtirol gesammelt und konserviert. Die voneinander räumlich isolierten Populationen können sich in Hinblick auf ihr Verhalten bzw. auch in hinsichtlich auf ihr Äußeres unterscheiden.

Der Zweck der Untersuchungen, welche als länderübergreifendes Projekt mit Beteiligung del Landes Tirol sowie der Schweiz organisiert sind, ist die genetischen Verschiedenheit zwischen den Populationen des Maikäfers zu beschreiben. Weiters sollen im Projekt sowohl die Infektionsraten des Maikäfers durch den spezifischen Gegenspieler B. brognartii einzelner Populationen, sowie die genetische Vielfalt von B. brognarti, nach Population getrennt erfasst werden.

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