Blickpunkte

Die Marmorierte Baumwanze, eine invasive Art mit großem Schadpotenzial - Wie man diese erkennen und das Auftreten melden kann

Abb.1: Marmorierte Baumwanze, Adultes Tier und Nymphe

Halyomorpha halys, die sogenannte Marmorierte Baumwanze, ist eine invasive Art, die seit 2016 auch in Südtirol präsent ist. Die Marmorierte Baumwanze befällt Laub und Früchte von über 200 Pflanzenarten, Kultur-und Wildpflanzen, und kann in der Landwirtschaft große Schäden verursachen. Sie tritt auch in Haus- und Gemüsegärten auf.

Um die effektive Ausbreitung auf Landesebene zu erkennen, ist die Mitwirkung der Bevölkerung notwendig. Aus diesem Grund hat das Versuchszentrum Laimburg in Zusammenarbeit mit dem Pflanzenschutzdienst, ein Datenblatt mit den Erkennungsmerkmalen der Wanze, sowie ein Formular zur Meldung von Verdachtsfällen erarbeitet.

Monitoringprogramm

Seit dem Frühjahr 2016 werden in Südtirol Exemplare der Marmorierten Baumwanze (Halyomorpha halys) festgestellt. Zusammen mit dem Pflanzenschutzdienst Bozen, dem Südtiroler Beratungsring für Obst- und Weinbau und dem Beratungsring Berglandwirtschaft BRING überwacht das Versuchszentrum Laimburg die Ausbreitung des Schädlings in einem gemeinsamen Monitoringprogramm. Dabei kommen vor allem mit Pheromonen bestückte Fallen zum Einsatz, welche die Baumwanze anlocken sollen. In einzelnen Apfelanlagen wurden ab Juli 2017 einige Exemplare gefangen bzw. gesichtet.  

Schadbild und Biologie

Darüber hinaus kann die Marmorierte Baumwanze viele verschiedene Kulturen befallen, und vor allem in Obs- und  Gemüsegärten, an Hecken und im öffentlichen Grün vermehrt auftreten. Nachdem in den nächsten Jahren mit einer Ausbreitung zu rechnen ist, müssen verstärkt Kontrollen über das Auftreten der Marmorierten Baumwanze durchgeführt werden.

Kenntnisse über die Biologie der marmorierten Baumwanze auf Südtiroler Gebiet sind notwendig, um im Falle einer Ausbreitung zielgerichtete Regulierungsmaßnahmen erarbeiten zu können.

Im Herbst suchen die Wanzen Häuser oder Wohnungen als Winterquartiere auf. Man findet dann die Baumwanzen vor allem an Hauswänden, Fenster- und Türrahmen.

Bei steigenden Temperaturen im Frühjahr werden die Baumwanzen aktiv und beginnen mit der Nahrungssuche. In kälteren Gebieten entwickelt die Marmorierte Baumwanze nur eine Generation pro Jahr, während sie in subtropischen Zonen bis zu sechs Generationen entwickeln kann.

In der Zeit von Juni bis August legen die Weibchen zwischen 50 und 200 Eier in mehreren Gelegen auf der Unterseite der Blätter ab. Während ihrer Entwicklung durchlaufen die Larven fünf Stadien und saugen an den Blättern und Früchten Pflanzensaft. Angestochene Früchte und Gemüse entwickeln Flecken und Nekrosen. Durch die Saugtätigkeit der Larven und Adulten sind an Äpfeln dunkle, eingefallene Stellen sichtbar. Beim Gemüse, wie beispielsweise bei Paprika oder Tomate, hellt sich das angestochene Gewebe auf, erscheint weiß und schwammig. Werden Früchte bereits in ihrer frühen Entwicklungsphase von der Marmorierten Baumwanze angestochen, verwachsen die beschädigten Stellen und verformen sich. An den Blättern bilden sich infolge der Saugtätigkeit helle Flecken.

Wie man die Marmorierte Baumwanze erkennen und das Auftreten melden kann!

Wir ersuchen, ein Augenmerk auf diesen Schädling zu legen und dessen Auftreten mittels Anmeldeformular dem Institut für Pflanzengesundheit des Versuchszentrum Laimburg zu melden. E-Mail: Institut.Pflanzengesundheit@laimburg.it

Für die eindeutige Identifizierung der Marmorierten Baumwanze sind Fotos von der Ober-und Unterseite des Exemplars notwendig. Anschließend soll die Marmorierte Baumwanze vernichtet werden (z. B. durch Einfrieren) , kann aber auch lebend im Versuchszentrum Laimburg abgegeben werden.

Kontakt für die Abgabe: Mag. Biol. Stefanie Fischnaller   Tel: 0471969745

Erkennungsmerkmale

Die adulten Tiere sind bräunlich oder gräulich marmoriert, erreichen eine Länge von 12-17 mm. Typisch für die Marmorierten Baumwanzen (Abb.2) ist eine Reihe von 4-5 hellen Punkten hinter dem Halsschild (1). Die transparente Flügeldecke ist mit Strichen durchzogen (2). Der Kopf ist vorne flach abgerundet, versehen mit 2 leichten Ecken (3). Die letzten Fühlerglieder tragen ein charakteristisches weißes Band (4). Der Hinterleib ist von einem schwarz-weißem Saum umrandet.

Auf den ersten Blick ähnelt die Marmorierte Baumwanze sehr stark der heimischen Grauen Gartenwanze (Rhaphigaster nebulosa) (Abb. 3) welche sich durch die schwarzen Punkte an der Flügeldecke und an der Unterseite unterscheidet (2). Weiters besitzt die Graue Gartenwanze an der Unterseite einen Dornfortsatz (1) (Abb.3).

Die Larven der Marmorierten Baumwanze tragen Dornen am Vorderrand des Brustschildes und seitlich am Kopf (1), und besitzen einen weißen Streifen an jedem Vorderbein (2) (Abb.4).

 

Bildgalerie

 

Abb. 1: Fondazione Edmund Mach, Umberto Salvagnin

Abb. 2, 3, 4, 5: Versuchszentrum Laimburg

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