Blickpunkte

DIE MARMORIERTE BAUMWANZE, EINE INVASIVE ART MIT GROSSEM SCHADPOTENZIAL - WIE MAN DIESE ERKENNEN UND DAS AUFTRETEN MELDEN KANN

Die Marmorierte Baumwanze (Halyomorpha halys) ist eine invasive Insektenart, die sich von Asien ausgehend in viele Länder ausgebreitet hat. Sie ist ein ernstzunehmender Schädling wichtiger Kulturpflanzen wie Stein-, Kern- und Beerenobst, aber auch Gemüse, Mais und Soja. Seit 2016 ist die Marmorierte Baumwanze auch in Südtirol zu beobachten.

Entwicklung im Jahresverlauf

Situation in Südtirol

Kenntnisse über Biologie, Verbreitung und Verhalten der marmorierten Baumwanze auf Südtiroler Gebiet sind notwendig, um im Falle einer Ausbreitung zielgerichtete Regulierungsmaßnahmen erarbeiten zu können. Zusammen mit dem Pflanzenschutzdienst Bozen, dem Südtiroler Beratungsring für Obst- und Weinbau und dem Beratungsring Berglandwirtschaft BRING überwacht das Versuchszentrum Laimburg die Ausbreitung des Schädlings in einem gemeinsamen Monitoringprogramm. Dabei kommen vor allem mit Pheromonen bestückte Fallen zum Einsatz, welche die Baumwanze anlocken sollen. Darüber hinaus wurde die Bevölkerung um Mithilfe gebeten und dazu aufgerufen, Sichtungen zu melden. Diesem Aufruf sind auch zahlreiche Bürgerinnen und Bürger gefolgt. Insgesamt sind Meldungen und Funde aus 32 Südtiroler Gemeinden eingegangen (Abb.1). Den Beobachtungen zufolge hat die Besiedlung im Vergleich zu 2017 stark zugenommen.

Aufruf: Sichtungen von der Marmorierten Baumwanze melden

Da es sich um ein großes Gebiet handelt, welches es zu überwachen gilt, sind Meldungen zum Auftreten der Wanze seitens der Bevölkerung von immenser Wichtigkeit, um möglichst viele Beobachtungen aus den verschiedensten Gebieten einzusammeln. Diese Daten helfen uns, den Einfluss von Standortbedingungen auf das Vermehrungspotential des Schädlings in den Anlagen zu verstehen und angemessene Regulierungsmaßnahmen zu erarbeiten.

 

Das Versuchszentrum Laimburg bittet auch dieses Jahr   alle Bürgerinnen und Bürger, Sichtungen des Schädlings zu melden.   Beobachtungen können direkt an die Mail-Adresse institut.pflanzengesundheit@laimburg.it   übermittelt werden.

 

Es wird gebeten genaue Angaben zum Fundort (Gebäudeinnere, Hausmauer, Privatgarten, öffentliches   Grün, Landwirtschaftliche Nutzfläche, Pflanzenart), Zeitpunkt und Entwicklungsstadium   (Nymphe oder Adult) zu geben und die Adresse   des Fundorts oder Koordinaten zu nennen. Da die Marmorierte Baumwanze   auch mit heimischen Wanzen leicht zu verwechseln ist, wäre ein beigelegtes   Foto des Fundtiers wünschenswert.

Erkennungsmerkmale der Marmorierten Baumwanze

Die Nymphen (Stadium 2-5) tragen Dornen am Vorderrand des Brustschildes und seitlich am Kopf (1), und besitzen einen weißen Streifen an den Vorderbeinen und an den Antennen (2). Die adulten Tiere sind bräunlich oder gräulich marmoriert, erreichen eine Länge von 12-17 mm. Hinter dem Halsschild zeigen sich mehr oder weniger ausgeprägte, vier bis fünf helle Punkte (3). Die transparente Flügeldecke ist mit Strichen durchzogen (4). Der Kopf ist von rechteckiger Form       (5). Die Fühlerglieder sind schwarz-weiß gebändert (6). Der Hinterleib ist von einem schwarz- weißem Saum umrandet (7).

Biologie und Schadbild

Bei steigenden Temperaturen im Frühjahr werden die erwachsenen Tiere aktiv und gehen auf  Nahrungssuche. Zwischen Mai und Juni beginnen die Weibchen mit der Eiablage. Die Eier werden in Gruppen meist auf der Unterseite von Pflanzenblätter abgelegt. Die geschlüpften Nymphen durchlaufen 5 Stadien bis sie sich zum erwachsen, flugfähigen Insekt entwickeln. Abhängig von Temperatur und Photoperiode treten in Mitteleuropa ein bis zwei Generationen pro Jahr auf. Über die Wintermonate zieht sich das ausgewachsene Insekt in Lagerräume, Keller und andere geschützte Orte zurück und kann so auch leicht über Warentransporte passiv verbreitet werden (Abb.2). Aufgrund ihrer ausgeprägten Flugaktivität kann sie darüber hinaus auch weitere Strecken aktiv zurücklegen. Diese Faktoren zusammengenommen begünstigen ihre Ausbreitung.

Eine Vielzahl an Pflanzen können der Marmorierten Baumwanze als Nahrung, aber auch als Reproduktionsstätte dienen: weltweit sind über 200 Wirtspflanzen bekannt. Der Schaden an den Pflanzen entsteht hauptsächlich durch ihre Saugaktivität an Früchten oder Blätter. An angestochenen Früchten können von außen verfärbte, eingefallene Stellen sichtbar werden und das darunter liegende Fruchtfleisch kann verbräunen, verkorken oder schwammig werden. Werden Früchte bereits in ihrer frühen Entwicklungsphase angestochen, verwachsen die beschädigten Stellen und es kommt zu starken Deformationen.

Bildergalerie

RSS Feeds