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Tag der Technik im Weinbau – Neuheiten am Versuchszentrum Laimburg präsentiert

Am Donnerstag, den 13. Juni fand am Versuchszentrum Laimburg der „Tag der Technik im Weinbau“ statt. Die diesjährige Ausgabe der Veranstaltung, die unter dem Schwerpunktthema „Gründüngung, Einsaattechnik und Bodenvorbereitung im Weinbau“ stand, fand regen Zuspruch: Zahlreiche Interessierte informierten sich über die Neuheiten im Weinbau.

Agrarlandesrat Arnold Schuler © Versuchszentrum Laimburg

Der „Tag der Technik im Weinbau“ hat eine lange Tradition: Seit über 50 Jahren treffen sich Weinbauern aus Südtirol aber auch aus anderen Weinbauregionen, um sich einen umfassenden Überblick über die auf dem Markt verfügbare Technik zu verschaffen und sich über die Neuigkeiten bei Maschinen, Geräten und Verfahren zu informieren.

Organisiert wird die Veranstaltung im Zweijahresrhythmus vom Verein der Absolventen landwirtschaftlicher Schulen A.L.S in Zusammenarbeit mit der Abteilung Landwirtschaft, dem Agrarbetrieb Laimburg der Agentur Landesdomäne, dem Südtiroler Beratungsring für Obst- und Weinbau und dem Versuchszentrum Laimburg.

 „Die Technik wird in der Landwirtschaft und insbesondere im Weinbau immer wichtiger. Es stehen weniger Arbeitskräfte zur Verfügung, weshalb der Einsatz von Technik grundlegend ist“, sagte Agrarlandesrat Arnold Schuler bei der Eröffnung der Veranstaltung. „Dank der technischen Entwicklung kann leichter und präziser gearbeitet werden. Eine besondere Herausforderung für den Südtiroler Weinbau stellen in diesem Zusammenhang die Steillagen dar. Maschinen erleichtern zwar die Arbeit auf steilem Gelände, sind gleichzeitig aber für Maschinenbauer eine große Herausforderung.“

Wie diese Maschinen

Am diesjährigen Tag der Technik im Weinbau stellten insgesamt 55 Aussteller ihre Neuheiten, Verbesserungen und Weiterentwicklungen vor. „Das Besondere am Tag der Technik ist, dass wir hier nicht nur eine reine Maschinenausstellung haben, sondern dass die Maschinen und Geräte während ihres Einsatzes in den Anlagen vorgeführt werden“, sagte Jakob Ganterer, Vorsitzender des Organisationskomitees des Tags der Technik im A.L.S. „Auf diese Weise erhalten unsere Besucher einen praktischen Einblick in deren Funktionsweise und können verschiedene Maschinen miteinander vergleichen sowie deren Vor- und Nachteile für die eigenen Gegebenheiten vor Ort abschätzen“

Diesjähriges Schwerpunktthema waren Gründüngung, Einsaattechnik und Bodenvorbereitung im Weinbau.

Das Versuchszentrum Laimburg präsentierte die Ergebnisse verschiedener Weinbauversuche in Bezug auf Applikationstechnik und Bodenverbesserung.

 

Stationäre Applikationstechnik

Die Fachbereiche Weinbau und Mittelprüfung des Versuchszentrums Laimburg stellten die Ergebnisse von Versuchen zur stationären Applikationstechnik vor. In Steillagen stellt die Ausbringung von Pflanzenschutzmitteln mittels Schlauchspritzung oft ein Problem dar. Darum haben die Experten des Versuchszentrums Laimburg seit mittlerweile fünf Jahren auf einer Pilotanlage stationäre Applikationstechniken mittels fix installierter Düsen getestet. „Die Ergebnisse stimmen absolut positiv, denn in allen Versuchsjahren konnten die Trauben mit der stationären Applikationstechnik gleich gut vor Pilzbefall geschützt werden als mit dem mobilen Sprühgerät – und das sowohl in einer IP- als auch in einer reinen Bio-Strategie“, erklärte Gerd Innerebner, Leiter der Arbeitsgruppe Mittelprüfung am Versuchszentrum Laimburg. „Einzig der Blattbefall bei hohem Befallsdruck gegen Ende der Saison konnte mit der stationären Applikationstechnik etwas weniger gut verhindert werden. Auch was das Abdriftverhalten betrifft, ist die stationäre Applikationstechnik als mindestens gleich effizient einzustufen als eine Vollbestückung mit abdriftmindernden Injektordüsen.“ Ebenso positiv lautete die Einschätzung des Weinbauexperten Arno Schmid von der Arbeitsgruppe „Physiologie und Anbautechnik“: „In Südtirol könnte das stationäre System vor allem in extremen Steillagen als Alternative zu den bisherigen mobilen Behandlungsmethoden zum Einsatz kommen“.

 

Einsaat von Gründüngungspflanzen im Weinbau

Der Erhalt und die Verbesserung der Bodenfruchtbarkeit ist für jede landwirtschaftliche Kultur von grundlegender Bedeutung. Angesichts immer knapper werdender Wasserressourcen und steigender Auswirkungen des Klimawandels ist es auch für den Südtiroler Weinbau wichtig, den Boden auf die kommenden Herausforderungen vorzubereiten. Ein gesunder, fruchtbarer Boden ist eine grundlegende Voraussetzung für eine Traubenproduktion mit höchstem Qualitätsanspruch. Der Gehalt an organischer Substanz oder auch an Humus gilt dabei als wichtigster Indikator für einen gesunden Boden. Zum Erhalt und Aufbau des Humus im Boden ist das Einsähen von Gründüngungspflanzen in der Fahrgasse eine bereits weitreichend bekannte Technik. „Hierbei hat sich in Südtirol die Technik der schmalen Einsaat von Gründüngungspflanzen nach der Lese, also als Herbst-Winter-Einsaat, schon seit einigen Jahren bewährt“, berichtete Florian Haas, Leiter der Arbeitsgruppe „Physiologie und Anbautechnik“ am Versuchszentrum Laimburg. Durch die Bodenbearbeitung wird die langjährige Dauerbegrünung, die hauptsächlich aus Gräsern besteht, gestört und somit deren Wasser- und Nährstoffkonkurrenz gegenüber der Rebe verringert. „Durch die düngende Wirkung von Einsaatpflanzen wie Leguminosen und Getreide wird der Nährstoffhaushalt zusätzlich verbessert, was schon nach wenigen Anwendungen zu einem besseren Wachstum der Reben führt“, erklärte Haas.

In einer Sonderschau wurden verschiedene zur Bodenbearbeitung geeignete Geräte vorgeführt. Darüber hinaus wurden Einsaaten in unterschiedlicher Einsaatstärke gezeigt.

 

Einsaaten gegen die Reisigkrankheit

Zu Demonstrationszwecken wurden in der Anlage „Hausanger“ auch Samen der Pflanze Tagetes minuta ausgebracht. Diese ursprünglich aus Mittel- und Südamerika stammende Pflanzenart produziert Wurzelexudate mit der Eigenschaft im Boden lebende Nematoden abzutöten. Bestimmte Nematoden der Gattung Xiphinema kommen nämlich in flachgründigen Böden im Raum Girlan häufig vor und stellen ein Problem dar, weil sie Viren übertragen, die die Reisigkrankheit auslösen. In einem Freilandversuch im Girlan testet das Versuchszentrum Laimburg genau diese Pflanzenart darauf, ob sie sich als Einsaatpflanze in einer Brache eignet, um das Problem der Reisigkrankheit in den Griff zu bekommen.

 

Der Verein der Absolventen Landwirtschaftlicher Schulen A.L.S

Der Verein der Absolventen Landwirtschaftlicher Schulen wurde 1908 gegründet und zählt heute an die 1500 Mitglieder, die fast ausschließlich aus dem Obst- und Weinbaugebiet kommen. Vorrangiges Ziel des Vereins ist die berufsbegleitende Weiterbildung der Bauern und Bäuerinnen. Die globalisierte Wirtschaft verlangt vom Produzenten einen wachen Geist. Daher ist ständige Weiterbildung und ein entsprechender Erfahrungsaustausch unter den Berufskollegen unerlässlich. Der A.L.S. leistet mit seinen Veranstaltungen diesbezüglich einen wichtigen Beitrag.

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