DROMYTAL - Regulierung von drosophila suzukii mittels eines innovativen Hefelockstoffverfahrens

Gefördert durch: Europäischer Fonds für regionale Entwicklung (EFRE 2014–2020, „Investitionen in Wachstum und Beschäftigung“)
Gefördert durch: Europäischer Fonds für regionale Entwicklung (EFRE 2014–2020, „Investitionen in Wachstum und Beschäftigung“)

Projektziel:

Der aus dem asiatischen Raum eingeschleppte invasive Schädling Drosophila suzukii hat seit seinem erstmaligen massiven Auftreten in Südtirol im Jahr 2011 große Schäden an verschiedenen Obstkulturen verursacht. Besonders betroffen sind das Stein- und Beerenobst und Trauben der lokalen Rotweinsorte Vernatsch. Verschiedene Bekämpfungsmethoden wie Pflanzenschutzmittel (z. B. Spinosad), Massenfang mit auf dem Markt verfügbaren Köderfallen, Einnetzung oder der Einsatz  einheimischer natürlicher Gegenspieler sind im Test, zeigten aber nur beschränkt Erfolg.
Ziel des Projektes ist es daher, eine innovative Bekämpfungsmaßnahme gegen die Fliege zu entwickeln. Durch die fachliche Zusammenarbeit zwischen Entomologie, Elektrophysiologie, Mikrobiologie, Metabolomik und den Untersuchungen zur Attraktivität ausgewählter Hefearten gegenüber D. suzukii, soll ein Attract&Kill-Verfahren erarbeitet werden. Der wirksamsten Hefeformulierung soll ein Insektizid neuester Generation zugesetzt werden. Damit soll die Höhe der Rückstandsbelastung mit Insektiziden an Früchten bei gleichzeitig verbesserter Wirksamkeit vermindert werden.

Zu erwartende Ergebnisse:

• Identifikation eines attraktiven Köders, um Drosophila suzukii anzulocken
• Identifikation einer Futterkomponente, die die Kirschessigfliege beim Köder verweilen lässt
• Definition eines geeigneten Insektizids, welches an die Futterkomponente gekoppelt wird
• Weiterentwicklung des Verfahrens für die Anwendbarkeit im Freiland
• Bewertung der Wirksamkeit und Optimierung des neuen Attract&Kill-Systems im Freiland

Erreichte Ergebnisse:

Im Rahmen des Projekts wurde ein attraktiver Köder entwickelt. Die Stoffwechselkomponenten und flüchtigen Stoffe des Hefekulturköders wurden identifiziert. Der phagostimulierende und anlockende Köder wurde mit verschiedenen Insektiziden kombiniert, die in Laborversuchen mit unterschiedlichen Wirkstoffen eine gute Wirksamkeit zeigten. Mit der Kombination, die im Labor die besten Ergebnisse erzielt hatte, wurden Feldversuche an Weinreben und Kirschen durchgeführt: Köder auf der Basis von Hanseniaspora uvarum Stamm 2.2 Hefekultur + Insektizid auf Spinosad-Basis. Im Freiland wird bei dem vorgeschlagenen System des „Attract and Kill“ nur ein Teil des Laubes behandelt. Bei Weinreben wird nur das Laub behandelt und die Behandlung der Trauben ganz vermieden; bei Kirschbäumen wird nur ein etwa 1 m breiter Streifen behandelt. Die Ergebnisse der Feldversuche zeigen, dass mit der entwickelten Attract and Kill-Strategie die Insektizidmenge pro Hektar je nach Kulturart um das Drei- bis Zehnfache gesenkt werden kann, wobei die Befallsregulierung vergleichbar ist mit der Wirksamkeit einer herkömmlichen Insektizidbehandlung.

Link zur Veranstaltung

Projektdauer:

18.11.2016 – 31.12.2020

Downloads:

Projektteam:

Das Projekt DROMYTAL sieht eine fächerübergreifende Vorgehensweise und eine enge Zusammenarbeit zwischen den Projektpartnern vor.
Die Arbeitsgruppe „Entomologie“ des Versuchszentrum Laimburg beschäftigt sich mit der Kultivierung und Formulierung der Hefestämme und überprüft die Bioaktivität dieser Stämme gegenüber D. suzukii. In Ernährungsversuchen wird der Einfluss ausgewählter Hefestämme auf Fekundität und Fitness des Insekts erforscht. Die Metaboliten, die aus dem Stoffwechsel der bioaktiven Hefekulturen hervorgehen, werden vom Labor für Aromen und Metaboliten des  Versuchszentrums Laimburg untersucht, um jene zu identifizieren, die eine fraßfördernde Wirkung haben.
Die Freie Universität Bozen führt Versuche im Bereich der Elektrophysiologie durch und erforscht, wie der Schädling flüchtige Substanzen wahrnimmt. Auf diese Weise wird bestimmt, welche flüchtigen Stoffe aus den Hefekulturen anziehend oder abschreckend auf die Kirschessigfliege wirken könnten. Eine extern beauftragte Forschergruppe  führt Verhaltensstudien mit dem Schädling durch.
Die Arbeitsgruppe „Entomologie“ des Versuchszentrums Laimburg übernimmt den angewandten Teil des Projekts: In Wirksamkeitsversuchen im Freiland werden unterschiedliche Applikationsstrategien des Attract&Kill-Verfahrens geprüft und die Bekämpfungsmethode auch im Hinblick auf deren Wirkungsbeständigkeit optimiert.

Versuchszentrum Laimburg

Versuchszentrum Laimburg
Logo unibz

Freie Universität Bozen

Bleiben Sie auf dem Laufenden

NEWS - ABO

Erhalten Sie die neuesten Nachrichten in Ihrem Posteingang

Abonnieren

Für die Presse

Datenschutzerklärung

Diese Website verwendet technische und analytische Cookies sowie, mit Ihrer Zustimmung, Cookies von Dritten, um Ihnen ein besseres Surferlebnis zu bieten. Wenn Sie auf „Akzeptieren“ klicken, stimmen Sie der Verwendung von Cookies von Dritten zu; wenn Sie auf "Ablehnen" klicken, können Sie fortfahren, ohne zu akzeptieren: In diesem Fall werden nur technische und analytische Cookies verwendet, aber einige Funktionen und Inhalte sind möglicherweise nicht verfügbar. Klicken Sie auf „Mehr erfahren und anpassen“, um mehr über die verwendeten Cookies zu erfahren und Ihre Zustimmung zu erteilen, die Sie jederzeit frei verweigern, widerrufen oder erteilen können. Weitere Einzelheiten sind in der vollständigen Cookie-Richtlinie zu finden.