Marmorierte Baumwanze

Die Marmorierte Baumwanze, Halyomorpha halys, ist ursprünglich im ostasiatischen Raum (China, Japan, Taiwan, Korea) beheimatet. In den 1990er-Jahren wurde sie von dort über Gütertransporte in andere Kontinente verschleppt. Vor allem im Osten der USA hat sie, seit einer explosionsartigen Vermehrung im Jahr 2010, verheerende Ernteausfälle bei diversen Kulturen verursacht, allen voran Apfel, Pfirsich, Tomaten, Soja, Pfeffer und Mais. In Europa breitet sie sich seit dem Erstfund 2004 in der Schweiz und Liechtenstein stetig aus. In Südtirol wurde ihre Präsenz erstmals 2016 nachgewiesen.

Eine Vielzahl an Pflanzen kann der Marmorierten Baumwanze als Nahrung, aber auch als Reproduktionsstätte dienen: Weltweit sind über 200 Wirtspflanzen bekannt. Die Baumwanze ist ein ernstzunehmender Schädling wichtiger Kulturpflanzen wie Stein-, Kern- und Beerenobst, aber auch Gemüse, Mais und Soja.

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Biologische Regulierung

Einführung von Trissolcus japonicus zur Bekämpfung von Halyomorpha halys

Erste Untersuchungen deuteten daraufhin, dass eine klassische biologische Bekämpfung mit Antagonisten, welche im Ursprungsgebiet des Schädlings heimisch sind, sich am besten für eine Regulierung der Populationen eignen würden. Trissolcus japonicus, auch bekannt als Samurai-Mikrowespe, wurde aufgrund seiner Spezifität und hohen Parasitierungsrate als der vielversprechendste Gegenspieler identifiziert. Seit 2017 werden in Europa sich selbstständig verbreitete Populationen von T. japonicus nachgewiesen.

Italien ist das erste Land, in dem ein genau definiertes Programm zu biologischen Schädlingsbekämpfung durch nicht-heimische Arten durchgeführt wurde: Einfuhr von T. japonicus in Quarantäneeinrichtungen, um den Wirkungsbereich des Parasitoiden zu bewerten; Genehmigung der Freisetzung durch die zuständigen Behörden (das Landwirtschafts- und das Umweltministerium sowie das Istituto Superiore di Sanità); experimentelle Züchtung des Antagonisten; Inokulation von Individuen im neuen Gebiet, damit sie sich unabhängig vermehren können.

Aktivitäten und Ergebnisse

Die Provinz Bozen hält sich seit 2020 an das dreijährige Programm zur Freisetzung von T. japonicus. Die Freisetzungen erfolgten dreimal pro Saison an mehr als 40 Standorten in den Haupttälern der Provinz. Im Jahr 2023 wurden hingegen an zehn Standorten Freisetzungen vorgenommen. Um die Vermehrungsfähigkeit und die Ausbreitung von T. japonicus zu verstehen, sowie seine Effizienz in der Populationsregulierung von H. halys zu bewerten, wurde während des vierjährigen Versuchszeitraums ein intensives Monitoring durchgeführt. Besonderes Interesse wurde auch den unerwünschten Auswirkungen auf Nichtzielorganismen gewidmet, insbesondere auf die mögliche Parasitierung von T. japonicus von heimischen Baumwanzen (Pentatomidae). Die Parasitierung von H. halys durch T. japonicus stieg im Laufe der Jahre von 34,1 % im Jahr 2020 auf 65,7 % im Jahr 2023. Seit 2021 ist T. japonicus der wichtigste Parasitoid von H. halys. Zusätzlich wurde die Überwinterungs- und Ansiedlungsfähigkeit an ausgewählten Standorten außerhalb der Freisetzungsgebiete untersucht. Das mehrjährige Monitoring zeigte, dass der Parasitoid in der Lage ist, in den untersuchten Gebieten zu überwintern und sich dort selbstständig anzusiedeln.

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Freigabe

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Eier und Trissolcus

Eier und Trissolcus

Trissolcus japonicus

Trissolcus japonicus

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