Apfelblutlaus: Versuchszentrum Laimburg forscht an nachhaltigem Pflanzenschutz im Apfelanbau

10.04.2025

Die Apfelblutlaus (Eriosoma lanigerum) ist ein Pflanzenschädling, der Apfelbäume befällt, die Qualität der Ernte mindert und die Produktivität von Apfelanlagen dauerhaft beeinträchtigt. Um nachhaltige Lösungen zur Bekämpfung dieses Schädlings zu entwickeln, hat das Versuchszentrum Laimburg ein neues Schwerpunktprojekt gestartet. Am 9. April 2025 fand die Auftaktveranstaltung statt, an der über 60 Interessierten teilgenommen haben – darunter Forschende, Fachkräfte sowie Vertreterinnen und Vertreter der Landwirtschaft.

Abb. 1: Der Direktor des Versuchszentrum Laimburg Michael Oberhuber bei der Auftaktveranstaltung: © Laimburg Research Centre/debora lamcja
Abb. 1: Der Direktor des Versuchszentrum Laimburg Michael Oberhuber bei der Auftaktveranstaltung: © Laimburg Research Centre/debora lamcja

Die Apfelblutlaus, Eriosoma lanigerum, ist einer der Hautpschädlinge im Apfelanbau, der seit über hundert Jahren in Südtirol vorkommt. Ein Befall kann erhebliche Schäden an Apfelbäumen verursachen und zu großen Ernteausfällen führen. Das Versuchszentrum Laimburg forscht bereits seit Jahrzehnten an der Biologie dieses Schädlings, um geeignete Bekämpfungsstrategien weiter zu entwickeln. Dazu wurden in der Vergangenheit Versuche sowohl in der integrierten als auch in der biologischen Produktion durchgeführt, darunter zum Einsatz neuer Insektizide, Pflanzenöle, Seifen und Antagonisten. Zudem wurde verstärkt an der Prüfung resistenter Sorten und Unterlagen gearbeitet.

„Die Bekämpfung der Apfelblutlaus stellt aktuell eine besonders große Herausforderung für den Südtiroler Obstbau dar. Um neue Strategien zur Bekämpfung der Apfelblutlaus zu entwickeln, hat das Versuchszentrum Laimburg nun ein interdisziplinäres Schwerpunktprojekt gestartet, das verschiedene Aspekte des Schädlings beleuchtet. Mit diesem Schwerpunktprojekt reagiert das Versuchszentrum Laimburg gezielt auf den Bedarf aus der Praxis. Unser Ziel ist es, wissenschaftliche Kenntnisse zu vertiefen und wirksame und zugleich umweltschonende Strategien zu entwickeln, die eine leistungsfähige und nachhaltige Landwirtschaft unterstützen“, erklärt Michael Oberhuber, Direktor des Versuchszentrums Laimburg.

Am 9. April 2025 fand am Versuchszentrum Laimburg die Auftaktveranstaltung des Schwerpunktprojekts statt. Diese Veranstaltung bot über 60 Teilnehmenden aus Forschung und Landwirtschaft die Gelegenheit, sich über den aktuellen Wissensstand zu informieren, über bestehende Herausforderungen zu diskutieren und die neuen Forschungsschwerpunkte des interdisziplinären Projektteams kennenzulernen.

Drei Forschungsschwerpunkte gegen die Apfelblutlaus

Das Schwerpunktprojekt des Versuchszentrums Laimburg gliedert sich in drei zentrale Forschungsansätze. Die Arbeitsgruppe Entomologie untersucht die Biologie der Apfelblutlaus sowie ihres natürlichen Gegenspielers Aphelinus mali, einer winzigen parasitierenden Wespe. Im Mittelpunkt stehen dabei die Wechselwirkungen zwischen diesen beiden Arten sowie die Auswirkungen von Klima und Umgebung. Die Arbeitsgruppe Biologische Pflanzenschutzmethoden erforscht das Potenzial von insektenpathogenen Pilzen, die gezielt die Blutlaus befallen können. Die Arbeitsgruppe Mittelprüfung konzentriert sich auf die Identifizierung und Prüfung von zugelassenen Pflanzenschutzmitteln und agronomischen Maßnahmen, um Vor- und Nachteile ihres Einsatzes in der Praxis zu bewerten.

Angesichts der bisherigen Forschungsergebnisse und zukünftiger Entwicklungen betonte Manfred Wolf, Leiter der Arbeitsgruppe Entomologie: „In den vergangenen Jahrzehnten wurde viel zur Biologie der Apfelblutlaus und zu nachhaltigen Bekämpfungsstrategien geforscht. Mit diesem neuen und interdisziplinären Schwerpunktprojekt wollen wir gezielt jene Faktoren analysieren, die ihr aktuell verstärktes Auftreten und die Bekämpfbarkeit des Schädlings beeinflussen. Ziel ist es, verschiedene Perspektiven zusammenzuführen und praxisnahe Lösungen für die Apfelanlagen in Südtirol zu entwickeln, die einen nachhaltigen und langfristigen Bekämpfungserfolg in der integrierten und biologischen Produktion ermöglichen.“

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